> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Friedrich von Heyden: Der verirrte Schwan (8)

2019-08-05

Gedichte von Friedrich von Heyden: Der verirrte Schwan (8)




Der verirrte Schwan

Neulich im Haine
Saß ich am stillen See
Trüb' und alleine.
Wurde mir bang und weh.
Horch, was da klinget
Hoch ans des Aethers Glut,
Silbergeschwinget
Sucht ein Schwan die Flut.

Senket sich nieder
Auf den umgrünten Teich.
Bläht sein Gefieder
Königlich schwimmend gleich.
Doch an dem Rande
Findet er sich sofort
Weiber im Lande
Sind nicht des Schwanes Port.

Ist nicht der Dichter
Solch ein verirrter Schwan?
Mühselig bricht er
Sich durch das Schilf die Bahn.
Schwatzendes Geflügel
Hönet den fremden Gast;
Ueberall Zügel,
Dumpfer Begrenzung Last.

Aber es richten
Endlich im engen Schrein
Pressender Pflichten
Schwan sich und Dichter ein.
Könnet vermauern
Doch uns den Himmel nicht,
Der in das Trauern

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