> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Friedrich von Heyden: Die Stille (11)

2019-08-05

Gedichte von Friedrich von Heyden: Die Stille (11)




Die Stille

Wie der Mond im Silberschimmer
Feiernd durch die Lüfte schwebt!
Wie die Flut im Glanzgeflimmer
Leis und leiser abwärts bebt!
Stille herrscht in Waldesräumen,
Stille durch das holde Thal,
Und die Seele fühlt einmal
Labung in den wachen Träumen.

Ist das Paradies versunken,
Wo das erste Menschenpaar
Liebe-wonn-und andachtstrunken
In der Stille glücklich war,
So gewährt des Höchsten Wille
Von entflohnen Unschuldsglück
Einen Nachhall noch zurück
In der feierlichen Stille.

Das sind Gottes Athemzüge;
Sie beschwichtigen das Herz.
Ahnung lenkt des Geistes Flüge,
Wonnethräne löst den Schmerz.
Leuchtendes vergangner Zeiten
Baut sich auf in Nebelduft.
Stimmen flüstern durch die Luft
Von dem Künftigen, dem Weiten.

Heil'ger Stille, kühle Quelle,
Wo nach mühevollem Tag,
Lechzend, in so linder Welle
Mühe Seele haben mag.
Nimm sie hin, sie will versinken;
Decke sie mit Abendroth.
Süße Stille sei der Tod,

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