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2019-08-06

Gedichte von Friedrich von Heyden: Sommerfäden (19)




Sommerfäden

Ueber herbstliche Fluren im Sonnenschein
Ziehn windegetragen die Fäden so silberrein;
Sind Spinnengewebe der Sommerzeit,
Die nimmt der Herbst nun und zielt, und ziehet sie aus so weit.

Was erst im Gewebe der feinsten Gespinste lag
Wird wieder zum Faden, zum Faden, den Niemand mag,
Vom Winde gedehnet, verflüchtigt:-Wohin?-Wohin?
Und ist darin Art wohl, und ist darin Zweck und Sinn?

Wohl ist in der Art das und altem Brauch
Wie diese Fäden das Leben des Menschen auch:
Man bringt es zu spinnen und weben gar ämsig den Sommer hin;
Der Herbst es zusammenrafft, zerrt es, entführt es, dahin-dahin!

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