> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Friedrich von Heyden: Knabenkeckheit (16)

2019-08-06

Gedichte von Friedrich von Heyden: Knabenkeckheit (16)




Knabenkeckheit

Alle sagen mir, das Lieben
Sey des Lebens Silberblick.
Mich hats drüber weg getrieben,
Ob zum Klaren, ob zum Trüben,
Schau' nicht eben drum zurück.

Holde Mädchen steh'n ein Garten
Voll von Blumen um mich her.
Gerne will ich all' die zarten
Wundersüßen Blümlein warten,
Doch ich will nicht eben mehr.

Mein Bestreben ist so lose,
Mag mit allen freundlich seyn,
Schmeichelnd lustig mit Gekose
Um die Nelken, um die Rose, -
Aber keine bleibe mein.

Sollt' ich einst mich ehrbar fügen,
Blümlein suchen nur für mich;
Will vom bunten Beet dann fliegen,
Wo die Farben stolz besiegen,
Wechselnd überstrahlen sich.

Zieh' hinaus nach grünen Matten,
Zieh' hinaus zum frischen Hain.
Wo sich Licht und Dämmrung gatten,
Wird wohl unbemerkt im Schatten
Irgendwo ein Veilchen seyn.

Und da will ich denn umschweben
Das verborg'ne kleine Ding;
Will mein Hoffen, will mein Streben,
In sein stilles Seyn verweben,
Ein getreuer Schmetterling.

Will sein duftig Hauchen schmecken,
Denn dieß ist allein für mich.
Wills mit Liebestand umnecken,
Und im Sturm mein Blümlein decken
Mit den Flügeln wonniglich.

Muß es endlich denn geschehen,
Daß mein Veilchen welket; - ey! -
Dann will ich mit ihm vergehen,
Falb soll man's am Boden sehen, -

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