> Gedichte und Zitate für alle: Johann W. Goethe: Fragmente- CÄSAR -Dramatisierte Geschichte (2)

2019-08-29

Johann W. Goethe: Fragmente- CÄSAR -Dramatisierte Geschichte (2)




CÄSAR

Dramatisierte Geschichte

. . .....Wenn mein Nebenbuhler über mich kommen sollte,
so lass ich mich hängen, um über ihm zu sein.

Ich versichre euch, manchem großen Mann, den
ihr nur in tiefer Ehrfurcht anschaut, wirds oft weh ums
Herz, wenn bei stiller Betrachtung das Gefühl seiner
Niedrigkeit über ihn kommt. Nur manchmal vermögen
eure Bücklinge und eure Bewunderungen ihn aufzurichten;
aber dann ists ihm mehr komische Freude als Zufriedenheit.

P[ompejus]. Sie hassen dich von Herzen.
SYLLA. Wenn sie nur erkennen, was ich bin, das übrige
steht bei ihnen. Lieb und Haß.

SYLLA. Es ist was Verfluchtes, wenn so ein Junge neben
einem aufwachst, von dem man in allen Gliedern spürt,
daß er einem übern Kopf wachsen wird.

Es ist ein sakerments Kerl. Er kann so zur rechten Zeit
respektuos und stillschweigend dastehn, und horchen,
und zur rechten Zeit die Augen niederschlagen und bedeutend
mit dem Kopf nicken.

CÄSAR. Du weißt, ich bin alles gleich müd, und das
Lob am ersten und die Nachgiebigkeit. Ja, Servius, ein
braver Mann zu werden und zu bleiben, wünsch ich mir
bis ans Ende große Ehren—werte Feinde.
(SERVIUS niest)
CÄSAR. Glück zu, Augur! Ich danke dir.
. . So lang ich lebe, sollen die Nichtswürdigen zittern,
und sie sollen das Herz nicht haben, auf meinem
Grabe sich zu freuen.




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