> Gedichte und Zitate für alle: Johann W. Goethe: Fragmente- Das Mädchen von Oberkirch (4)

2019-08-29

Johann W. Goethe: Fragmente- Das Mädchen von Oberkirch (4)





Das Mädchen von Oberkirch

 Trauerspiel in 5 Akten

PERSONEN

Die Gräfin. Marie.
Der Baron. Der Maire von Straßburg
Manner, ein Geistlicher. Glieder der Munizipalit
.Peter Handfest, ein Fleischer. Sansculotten usw.

Die Handlung geht in Straßburg vor.

ERSTER AUFZUG 
ERSTER AUFTRITT 



Die Gräfin , mit Stricken beschäftigt. Dazu der Baron

BARON. Wie ist Ihr Befinden, gnädige Gräfin: Womit
unterhalten Sie sich?

GRÄFIN. Wie Sie sehen, lieber Vetter, mit einer Art
die mich allenfalls nähren könnte.

BARON. Wie ungewohnt muß es Ihnen jetzt bei uns sein
wie traurig ist Ihre Lage!

GRÄFIN. Ich habe schon harte Fälle erlebt, freilich dies
waren die härtesten.

BARON. Auf Ihren Gütern sieht es übel aus.

GRÄFIN. Ich habe mir nichts Gutes vorgestellt.

BARON. Man hat geraubt, zerstört.

GRÄFIN. Das ist der Geist der Zeit.

BARON. Der ehrliche Verwalter, die Wohlgesinnten ihrer
Untertanen haben, was möglich war, gerettet.

GRÄFIN. Darauf konnte ich mich verlassen. Lieber Vetter,
da ich Trostes bedarf, bringen Sie mir dann etwa gute
Nachricht von meinen Söhnen, von meinen Töchtern? Ich
weiß noch nicht, soll ich sie loben, soll ich sie tadeln, soll
ich sie glücklich preisen oder für elend erklären, daß sie
so bald aus diesem Lande der Greuel geflohen sind.

BARON. Nachrichten bringe ich und, wenn Sie wollen,
gute Nachrichten. Sie leben—

GRÄFIN. Das nackte Leben ist schon in unsern Zeiten
eine Wohltat.

BARON. Die Männer sind bei der Armee angestellt.

GRÄFIN. Sie sind an ihrem Platze.

BARON. Die Frauen haben wenigstens einen ruhigen
Zufluchtsort gefunden.

GRÄFIN. Für Flüchtlinge alles Dankes wert. O was für
Philosophen sind wir geworden! Lassen Sie mich die
Briefe sehen.

BARON. Recht gern. Sie werden sich freuen, insofern
in Herz der Freude fähig sein kann, wie diese guten
Seelen so fest, so wacker sich in dem traurigen Zustande
befinden.

GRÄFIN. Schön.

BARON. Sie sparen das Geld, das wir ihnen zuschicken,
und arbeiten.

GRÄFIN. Ich lobe sie darum.

BARON. Karoline stickt.

GRÄFIN. Das gute Kind.

BARON. Friederike näht.

GRÄFIN. Das kann sie sehr schön.

BARON. Sie haben noch einige brave Männer um sich,
die auch arbeiten, sich auch bemühen und von allen Menschen
geachtet werden; aber leider betrüben sie sich alle
zusammen über die Unart, die Frechheit, womit so viele
Emigrierte sich in Deutschland verächtlich machen.

GRÄFIN. Die Guten werden sich auszeichnen und geachtet
werden. Lassen Sie mich die Briefe sehen! Karoline
schreibt gewiß viele Details—

BARON. Nach ihrer Art.

GRÄFIN. Schildert die Leute gut—

BARON. Gewiß.

GRÄFIN. Und schont niemand.

BARON. Wie in den glücklichsten Zeiten.

GRÄFIN. Nun, so ist mirs auch nicht bange für sie. 
Lieber Vetter, haben Sie die Briefe nicht zu sich gesteckt?

BARON. Ja, gnädige Tante, hier sind sie.

GRÄFIN. Warum so von ferne?

BARON. Ich muß vorher—

GRÄFIN. Was? Etwa mich vorbereiten? O Gott!
möglich! Haben Sie mich nur getäuscht, Vetter! Konnten
Sie so grausam sein! So freundlich mir sagen, die 
Meinigen seien wohl, in leidlichen Umständen! Sie konnten
scherzen und haben mir eine traurige Botschaft zu 
bringen!

BARON. Nein! Tante, nein! Legen Sie meine 
Verlegenheit, mein Zaudern nicht unrecht aus! Keine traurige
Botschaft. Fassen Sie sich, erheitern Sie sich! Nur etwas
Sonderbares hab ich Ihnen vorzutragen.

GRÄFIN. Nun?

BARON. Etwas Sonderbares, worauf ich Sie vorbereiten
muß, ehe Sie aus diesen Briefen die Meinung der Ihrigen
darüber vernehmen.

GRÄFIN. Lassen Sie mich nicht länger in Ungewißheit!

BARON. Wie soll ich anfangen: Wie alles sagen
und doch kurz sein?

GRÄFIN. Was Ihren lebhaften Geist interessierte, 
konnten Sie immer sehr leicht vortragen.

BARON. O wüßten Sie, was mich diesmal stumpf macht.

GRÄFIN. Was könnte das sein?

BARON. Ach! was unsre Geisteskräfte nur zu oft
mit Wolken umzieht.

GRÄFIN. Wir werden immer dunkler.

BARON. Ich will es gestehen.

GRÄFIN. Nur heraus!

BARON. Die Liebe!

GRÄFIN. Von dieser Leidenschaft erwartet ich am
wenigsten Einfluß auf Sie in diesen Augenblicken.

BARON. Wann sind wir vor ihr sicher?

GRÄFIN. Sie lieben also?

BARON. Ja! Schon lange lieb ich! Und bin nun glücklich,
daß mein Verstand mir keine Hindernisse mehr in den Weg legt.

GRÄFIN. Ohne Umschweife!

BARON. Wie soll ich—

GRÄFIN. Den Namen! Nur kurz.

BARON. Mit dem Namen anzufangen, würden wir erst
in unendliche Umschweife geraten.

GRÄFIN. Nun zur Sache! Sie machen mich ungeduldig!

BARON. Auch die Sache wissen Sie. Da unsre Verwandten
emigrierten, hielt ich mich als Bürger der Stadt,
als französischer Bürger, still und schien die Wendung der
Revolution zu begünstigen.

GRÄFIN. Und begünstigten sie wirklich! Nun, dafür sind
sie schon gestraft. Weiter!

BARON. Durch meinen Einfluß rettete ich viel von Ihrem,
von meiner Vettern Vermögen.

GRÄFIN. Dafür wir Ihnen ewig verbunden sind.

BARON. Die Umstände fangen an, gefährlicher zu werden.

GRÄFIN. Ich leugn es nicht.

BARON. Die Masse des Volks, nicht des Volks, des Pöbels
gewinnt das Übergewicht. Jeder geht verloren, der
sich ihm nicht gleichstellt. Von Paris haben wir die
schrecklichsten, die sonderbarsten Nachrichten.

GRÄFIN. Hernach! hernach! von diesen Nachrichten.
Wollen Sie meine Ungeduld—

BARON. So hören Sie doch! O warum kann ich Ihnen
nicht, beste Tante, mit mehr Ruhe, mehr Zusammenhang
vortragen, was Sie doch wissen müssen. Sag ich zu wenig
voraus, so werden Sie viel einzuwenden haben. Sag
ich zu viel, so wissen Sie nicht, wo ich hinaus will.

GRÄFIN. Wenn ich Ihnen raten sollte, lieber Vetter,
so gingen Sie hinaus und eine Viertelstunde spazieren,
kämen dann und sprächen mit Ihrer guten alten
Tante wieder die alte verständliche Sprache.

BARON. Sie werden empfindlich! O zürnen Sie nur
nicht, wenn ich ausgeredet habe. Genötigt, der Menge,
der Masse, halb Volk halb Pöbel, zu schmeicheln, halte
ich für ratsam, unter meinem Stande, ich darf wohl sagen,
unter meinem vorigen Stande zu heiraten.

GRÄFIN. Vetter!

BARON. Von dieser Seite wäre die Heirat politisch, und
ich hätte mich ihrer zu schämen. Aber mein Herz gebietet
mir noch lebhafter als das Interesse.
Meine Absichten sind auf ein Mädchen gerichtet,
die einzige ihrer Art.

GRÄFIN. Macht der Marter ein Ende und erklärt Euch
oder geht!

BARON. Liebe Tante, ich gehe! Ich sehe wohl, ich muß
gehen, aber—zürnen Sie nicht—vorher muß ich sagen
ich heirate—Ihre Marie —geben Sie mir Ihre Einwillgung!

GRÄFIN. Meine Aufwärterin.

BARON. Ihre Tochter, Ihren Zögling, das Schönste, was
Ihnen die Natur überlieferte, das Beste, was Ihrer
Erziehung geraten ist.

GRÄFIN. Vetter, laßt mich einen Augenblick allein.

BARON. Soll ich gehen! Soll ich bleiben!—Tante!
Mutter, ich gehe, ich lasse Sie allein, denken Sie [an] mich! uns
Schicksal! Marien!—Warum soll ich Ihre Marie nicht auch
die Meinige nennen dürfen!

Zweiter Auftritt

Die Vorigen. Manner.

MANNER. Gnädige Gräfin, verzeihen Sie! Ich finde
niemand im Vorzimmer.

GRÄFIN. Nur immer herein! Freunde sind uns willkommen,
wenn wir auch keine Diener haben, sie zu melden.
Wie gehts Ihnen, lieber Manner? Setzen Sie sich

MANNER. Herr Baron.

BARON. Sie kommen erwünscht, mich zurückzuhalten
da ich in einer schmerzlichen Gemütsbewegung von hinnen
ging. Sie kommen wie ein Engel mir zu Hilfe, ich brauche
einen Vorsprecher bei meiner Tante, einen Vorsprecher wie Sie.

MANNER. Sie scherzen! Wäre es möglich, daß Karl
der geliebte Karl, seine Tante beleidigen könnte?—
Ein kleines Mißverständnis! Und auch das ist schon viel,
viel zwischen so edlen Menschen, zwischen so nahen Verwandten.
Darf ich mir eine Erklärung ausbitten?

GRÄFIN. Lassen Sie ihn reden!

MANNER. Nun, Herr Baron!

BARON Nicht Baron! Karl! wenn Sie wollen, da ich
einen Namen habe als von Gütern, die schon meinen
Vätern nicht mehr gehörten. Manner! Ich habe Sie handeln
sehen, ich habe in jener Zeit, da wir alle noch hofften,
ihre Gesinnungen kennen lernen. Sie haben mein Vertrauen
gewonnen, ja, in Ihrer Gegenwart will ich ein abgebrochenes
Gespräch wieder anknüpfen. Wir hatten uns entzweit.
Nicht entzweit, aber mißverstanden; nicht mißerstanden,
aber übereilt. Ich ging, Sie kommen, und ich bleibe.

MANNER. In welcher heftigen Gemütsbewegung finde
ich Sie!

GRÄFIN. Ich werde noch statt seiner reden müssen.

BARON. O tun Sie es! Reden Sie, wie es Ihnen Ihr Herz
eingibt!

MANNER. Ich bitte.

GRÄFIN. Er, der sich im Anfang freute, an der allgemeinen
Herrschaft teilzunehmen—

BARON. Tante! Schonen Sie uns beide! Erinnern Sie
sich, daß Manner auch von denen war, die—hofften.

GRÄFIN. Wir leben in einer Zeit, wo wir einander viel
verzeihen müssen. Unterbrecht mich nicht, Vetter! Er
fängt an, sich vor der allgemeinen Herrschaft zu fürchten.
Das Volk, das er mit auffordern half, wird ihm zu stark,
und mächtig, zu gewaltsam; er will, da er es nicht wie bisher
leiten kann, sich auf eine andre Weise mit ihm verbinden,

MANNER. Ich bitte um Aufschluß.

GRÄFIN. Den sollen Sie haben. Er heiratet! Denn so
hat er gesagt. Er fragt nicht um Rat, er will nicht unsre
Meinung. Er heiratet.

MANNER. Wen denn:

BARON. Manner, die Zeit ist edel. Mit drei Worten. Ich
heirate Marien.

MANNER. Marien.

BARON. Und meine Tante verkennt mich.

MANNER. Marien. (Beiseite.) Ich Unglücklicher!

BARON. Daß es denn doch zu einem Geständnis komme.
Unter allen weiblichen Geschöpfen, welche die Natur unsre
Familie geschenkt, welche die Gesellschaft zu uns
gebracht, war Marie immer und immer die schönste und
die beste. Wer liebte sie nicht, und wie liebe ich sie nicht!

MANNER (sich fassend). Marie ward immer von jedem
geschätzt.

BARON. Und warum? Weil sie alle Tugenden besitzt
die uns andern eine Revolution wünschen ließen. Sie
war schön ohne Anmaßung, liebenswürdig ohne Sucht,
zu gefallen, Dienerin ohne Niedrigkeit, Gesellschafterin
ohne vorlaut zu sein.

GRÄFIN. Lobe Marien, soviel du willst, und ich werde
dir beistimmen. Nicht das geringste Verdienst habe ich
darin gesucht zu erziehen. Und sie hat meine Wünsche
am besten be . ....., aber mußt du sie denn darum heiraten?

BARON. Tante! Soll ichs Ihnen gestehen? Noch in den
Zeiten unseres blühenden Glücks suchte ich Marien unter
—Bedingungen zu der Meinigen zu machen, es gelang
mir nicht.

GRÄFIN. Eine schöne Konfession.

MANNER. Marie ist ein edles Mädchen, ich habe sie
immer für stark genug gehalten, jeder Verführung zu
widerstehen.

GRÄFIN. Und also, Vetter?

BARON. Lassen Sie uns nicht in einen kalten, spitzen Ton
fallen! Ich will nur sagen, daß ich Marien liebte und sie
nicht besitzen konnte, daß ich sie besitzen kann und noch
liebe. Warum sollt ich nicht daran denken?

GRÄFIN. Ich sehe die Folge noch nicht.

MANNER. Und es läßt sich noch manches darüber denken.

BARON. Und ich werde am Ende doch auf das
Argument dringen müssen, das ich im Anfange zu verwerfen
schien. Ist nicht eine solche Verbindung jetzt für unser
einen so nützlich, so erwünscht und notwendig, als
ehmals die Verbindung mit den größten und reichsten
Häusern sein konnte?

GRÄFIN. Die Liebe spielt deiner Klugheit einen Streich.

MANNER. Sie hoffen, weil Sie wünschen.

BARON. Ist nicht Marie auf Ihren Gütern, ist sie nicht
in der Gegend, ja, ich darf fast sagen, im ganzen Elsaß als
ein gutes, als ein fürtreffliches Mädchen bekannt? Wir
sind nicht von allen geachtet, die ihres Standes sind, und
darf ich nicht hoffen, indem ich ihr meine Hand biete,
ich mit dem Volke, das jetzt die Gewalt in Händen hat,
zu verschwägern und für mich und die Meinigen den
schönsten Vorteil aus dieser Verbindung zu ziehen?

MANNER. Nein, Baron! Hier darf ich Ihnen geradezu
widersprechen. Glauben Sie, daß der ungeheure Tyrann,
der Pöbel, oder vielmehr dieser und jener Tyrann, der
das Ungeheuer führt und leitet, irgendeine Rücksicht nehmen
werde? Vergebens erniedrigen Sie sich, man wird
ihnen auch die Erniedrigung zum Verbrechen machen.

BARON. Die Verbindung mit Marien ist keine Erniedrigung.

MANNER. Das wollte ich nicht sagen. Ich rede im
allgmeinen. Was half dem unglücklichen, dem schnöden
Fürsten vom Geblüte, sich den Namen Gleichheit zu
geben? Suchte man nicht seine Plane unter dem Namen
Gleichheit auf?

BARON. Meine Plane sind nicht schändlich.

MANNER. Aber sie sind gegen den Sinn des Ganzen,
den wir leider nur zu wohl kennen.

GRÄFIN. Sie nehmen mir das Wort aus dem Munde.

MANNER. Sie wollen erhalten, und die Massen wollen
zerstören. Setzen Sie nicht zu schwache Mittel der entgegenströmenden
Gewalt entgegen! Verwicklen Sie nicht
eine unschuldige Person mit in das Schicksal, das Ihnen bevorsteht!

BARON. Wie?

MANNER. Marie wird Sie nicht vom Verdachte befreien,
und Sie werden Marien verdächtig machen.

GRÄFIN. Du wirst die Augen auf dich ziehen, und dies
ist jetzt auf jede Weise gefährlich.

MANNER. Die fürchterlichen Jakobiner sind nicht zu
betrügen, sie wittern die Spur jedes rechtlichen Menschen
und dürsten nach dem Blute eines jeden.

GRÄFIN. Ich sehe den Augenblick, in welchem wir alle
wünschen, bei unsern vertriebnen Verwandten zu sein.

MANNER. Ach, und ich sehe den Augenblick, wo ich
mit meinen Verwandten gleichfalls aus ---sehen werde.

GRÄFIN. O Manner, Sie und Ihresgleichen haben uns
den bitteren Kelch eingeschenkt, Sie werden, fürchte ich
die Hefe sehr bitter finden.

BARON. Wer kann in gegenwärtigem Augenblick, wo
alles durcheinander geht, ratschlagen? Jeder müßte tun
was er das Zuträglichste für sich hielte.

GRÄFIN. Wenn er ohne Leidenschaft seinen Vorteil
unterscheiden könnte.

MANNER. O daß wir wieder auf uns selbst
zurückgebracht sind! O daß wir nicht mehr ans Ganze denke
dürfen!

BARON. Ihr habt mich aus einem schönen Traum
aufgeschreckt. Ich war so gewiß, als ich kam; ich bin es noch
und weiß doch nicht, was ich tun soll.

MANNER. Aber—Vergönnen Sie mir Ein Wort, Ein Wort
das sehr viele andere unnütz gemacht hätte!

BARON. Das wäre?

MANNER. Sind Sie mit Marie einig?

BARON. Die Frage ist wunderlich, aber ich muß sagen
nein. Marie weiß nichts von meinem Vorhaben. Sie ahnt
nichts davon.

GRÄFIN. Und du bist ihrer Einwilligung gewiß?

BARON. Das würde sich finden.

GRÄFIN. Ich muß gestehn, daß ich Sie nicht verstehe.

BARON. Liebste Tante, die dringendste Angelegenheit
meines Herzens wird lau, sobald Sie dagegen sind. All
meine Plane habe ich unter Ihren Augen vollführt—glaube
Sie nicht, daß ich auch . . . geworden bin. Sie wissen
was ich hoffe, was ich wünsche, was ich begehre. Wenn
es gut, wenn es möglich, wenn es schicklich ist, werde
Sie es gewähren.

GRÄFIN. Daran erkenne ich meinen Vetter. O lieber
Karl, lieber Manner, lassen Sie uns ernstlich überlegen
was uns nützlich ist! Lassen Sie uns bedenken, was wir
in dem Augenblick zu tun haben! Vergessen wir, was uns
vor einigen Jahren trennte, lassen Sie uns neue Plane
entwerfen, wie wir dem . .
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Befreiung des Prometheus

[Bruchstücke]

(Chor der Nereiden)
Auf mächtigen Pfeilern,
Unten von Wogen des Meers umflossen,
Ruhen kühne Gewölbe.
Da dringen die Strahlen der Sonne
Treffend herein und spielen mit
Immer lebendigen Schatten.
Tief innen wohnet heiliger Dämmer.
Dort erwartet, von allen
Schätzen des Meeres umgeben,
Thetis den Gatten.

Ades, der Erderschüttrer,
Und Poseidon bauten sie auf
Mit Kräften der Götter.
Berge stürzten zusammen, und
Andre stiegen aufgerichtet
Empor, ewige Zeichen
Ihrer Herrschaft.

(Prometheus)
Auch meiner Seele nimmt hinweg dein Licht den Gram
Des tiefen langen Sinnens über meinen Schmerz,
Den unverdiente

(Hermes?)
Höret an, die ihr, tief in der Nacht
In den Höhlen geworfene Brut,
Auf den Thronen euch setzend dahin.....



Keine Kommentare: