> Gedichte und Zitate für alle: Woldemar von Biedermann : Gespräche Goethes 1773-1774 ( 5)

2019-09-25

Woldemar von Biedermann : Gespräche Goethes 1773-1774 ( 5)


1773-1774

1773, um 11. October.
Mit Gottlob Friedrich Ernst von Schönborn

Gleich des Abends nach meiner Ankunft habe ich auch H. Goethe, den Verfasser des »Götz« gesprochen, und das ging so zu. Es saß ein Mann in der Stube des Gasthofs, wo ich logirte, in der Ecke, der eine Pfeif Tabak rauchte. Der Wirth frug ihn, ob er mit bei Tische zu Abend essen wollte. Er antwortete: Nein, ich will es mir auf meiner Stube ausbitten; H. Doctor Goethe wird bei mir diesen Abend sein. Ich frug ihn, ob er den Doctor Goethe meine, der neulich ein Drama herausgegeben? er antwortete: Ja. Ich sagte ihm, daß ich einen Brief an ihn habe von H. Boie ..... Dieser Mann ist ein junger Professor Juris in Gießen, welches drei Meilen von hier ist; sein Name ist Höpfner. Kurz darauf kam Goethe selbst und wir wurden gleich bekannt und gleich Freunde. Es ist ein magerer junger Mann ohngefähr von meiner Größe. Er sieht blaß aus, hat eine große, etwas gebogene Nase, ein länglichtes Gesichte und mittelmäßige schwarze Augen und schwarzes Haar. Wir sind alle Tage beisammen. Seine Miene ist ernsthaft und traurig, wo doch komische, lachende und satirische Laune mit durchschimmert. Er ist sehr beredt und strömt von Einfällen, die sehr witzig sind. Inderthat besitzt er, soweit ich ihn kenne, eine ausnehmend anschauende, sich in die Gegenstände durch und durch hineinfühlende Dichterkraft, sodaß alles local und individuell in seinem Geiste wird. Alles verwandelt sich gleich bei ihm ins Dramatische. Er freute sich ungemein, da ich ihm sagte, daß Sie [v. Gerstenberg] sehr mit seinem Stück [Götz von Berlichingen] zufrieden gewesen. Ihr und Klopstock's Urtheil habe er längst gern vernehmen mögen, und es solle ihn anfeuern, es noch besser zu machen; denn er wisse sehr wohl, wie weit er unter seinem Ideal geblieben. Von Ihrem »Ugolino« sagte er, daß er mit Götterkraft gemacht sei. Ich sagte ihm, daß ich wünschte, zwei solche Männer wie er und Sie möchten sich schriftlich unterreden. Er wünscht es auch, und da er erfuhr, daß ich von hier [Frankfurt] aus an Sie schrieb, sagte er mir, er wolle einpaar Zeilen mit beilegen, und da sind sie. Er scheint mit ausnehmender Leichtigkeit zu arbeiten; jetzo arbeitet er an einem Drama, »Prometheus« genannt, wovon er mir zwei Acte vorgelesen hat, worin ganz vortreffliche, aus der tiefen Natur gehobene Stellen sind; (ich urtheile, wie es mir beim ersten Vorlesen vorkam). Er zeichnet und malet gut. Seine Stube ist voller schönen Abdrücke der besten Antiken. Das »Von deutscher Baukunst« ist von ihm. Er sagte mir, daß er Ihnen noch mal etwas von seinen poetischen Sachen im Manuscript zuschicken wolle. Er will nach Italien gehn, um sich recht in den Werken der Kunst umzusehn. Er ist ein fürchterlicher Feind von Wieland et Consorten. Er las mir einpaar Farcen, die er auf ihn und Jacobi gemacht, wo beide ihre volle Ladung von Lächerlichem bekommen. Das will er aber nicht drucken lassen. Allein weh Wielanden, wenn er sich mausig gegen ihn macht.

1774, Ende April.
Mit Gottlob David Hartmann
a.

Mit Goethe speiste ich zu Mittag und er begleitete mich überall.

                                                                                 b.

Von Goethe in Frankfurt kann ich Ihnen [Bodmer] sagen, daß er ein sehr guter Mann ist, mit dem ich in manchen Dingen mehr Interessantes gesprochen habe, als mit allen, die ich auf meiner Reise besucht habe.

Mit Johanna Fahlmer

Goethe. Tante.

Die Tante sitzt vor ihrem Klavier, spielt aber nicht mehr darauf, sondern liest in Mad. du Boccage. Goethe kömmt gestiefelt und in einem englischen Uberrock. Noch auf der obersten Stubentreppe stehend und eines seiner gestiefelten Beine hervorstreckend.

Goethe. Tante! Da komme ich... Ja, gestiefelt und eingemummelt. Das ist die Variation.

Tante. Aber Sie riechen doch als wie in Ambrosia getaucht. Goethe. Ich komme vom Dechant [Dumeix]. – Aber was machen denn Sie, liebe Tante?

Tante. Da, mit Mad. du Boccage unterhalt' ich mich ganz gut. Wie gefällt Ihnen dies hier?

Goethe. O – gut! gut! Ist recht gut!

Tante. Wissen Sie? Sie haben mir's lange gemacht, bis Sie wieder herangekommen sind. Ich habe etwas bekommen, das für Sie zuallererst mit zum Genuß soll sein, aber mit der Zeit – o, dann kömmt's zum Generaltractement für das Publikum ....

(Wir gingen mit einander in der Stube auf und ab. Des kleinen George [Jacobi] Kribbelkrabbel-Briefchen lag auf meinem Tische.)

Tante. Da lesen Sie vom kleinen George.

(Goethe liest. Unterdessen holt die Tante ihre Arbeit und die Blätter vom Merkur und setzt sich an ihren Schreibtisch, Goethe gegenüber.)Tante. Sehen Sie hier! Nun was habe ich?

Goethe. Was ist's? Was ist's, lieb Täntchen? lassen Sie sehen.

Tante. Es ist, worauf Sie sich bei Bölling [Freund des Goethischen Hauses], wenn's ankäme, als auf ein herrliches Tractement zu Gast geladen haben.2 Aber ich habe noch mehr.

(Tante hält ihm die Revision [Recension?] über Götz von Berlichingen [Teutscher Merkur Junius 1774, S. 321 ff.] vor die Augen und giebt ihm die Blätter zusammen.)

Goethe (nach einigem Lesen). Nu, Wieland, Du bist ein braver Kerl! Ein ganzer Kerl! Was? fängt er's so an? O, gut! Nun, Sie wissen, Tante, was ich immer von Wieland gesagt habe – ob ich ihm nicht immer gut war? Ich habe allezeit gesagt, es ist ein ganzer Kerl, ein guter Mensch. Aber ich bin gegen ihn aufgebracht worden. Den verfluchten Dreck [»Götter, Helden und Wieland«] schrieb ich in der Trunkenheit. Ich war trunken. Und, wie ich Ihnen gesagt habe, in Ewigkeit hätte ich's nicht selber in Druck gegeben; aber ich hatte es nicht mehr allein in Händen. Und ich bin wie der Herodes: in gewissen Augenblicken kann man alles von mir erhalten. Schon lange haben mir die Kerls vorgeschwätzt: »laß's drucken! laß drucken!« – Nä, ihr sollt nicht! – Da kommen sie mir aber auf's neue: »O mein! laß es uns drucken!« Und ich hatte, Gott weiß! weder neue Bosheit noch Ärger gegen W. – Nun so druckt's und schert euch! – Da, da! (mit dem Finger auf das Blatt deutend) Das ist just, was mich an W. so ärgerte und mich reizte, mich gegen ihn auszulassen. Da der Ton. Sehen Sie, liebe Tante: ich will's nicht sagen, ich selbst hab Recht, W. hat Unrecht; denn Alter, Zeitpunkte, alles macht Verschiedenheit in der Art zu sehen und zu empfinden. Jetzt denk' ich nur so und so; vielleicht in dem Alter von W. – wer weiß, noch eher? – denk ich just so wie er. Drum, was soll ich sagen? Hat er nun Recht? Oder hab' ich nun Recht? Der Eindruck, den man itzt selbst hat, gilt. W. hat Recht, daß er so urtheilt, aber mich ärgert's nun noch. – »Mit der Zeit! Mit der Zeit!« Ja, das ist's! das ist's! Just, just so spricht mein Vater. Die nämlichen Händel, die ich mit diesem in politischen Sachen habe, hab' ich mit W. in diesen Puncten. Der Vater-Ton! der ist's just, der mich aufgebracht hat. – Sagen Sie mir um Gotteswillen: warum er sich just an seine allerschlechteste Arbeit machte und mit den ewigen Briefen sie vertheidigte? Sein Musarion, ein Werk, wovon ich jedes Blatt auswendig lernte, das allervortrefflichste Ganze, das je erschienen ist – nichts, nichts nimmt er sich an, als der Alceste, die für mich jetzt das schlechteste von allen seinen Werken ist. – Ich muß weiter lesen. – Ganz brav! Ganz brav! Nun Wieland, unsere Fehde ist aus: Dir kann ich nichts mehr thun. Das garstige Fratzenzeug hat er schon gelesen, das seh' ich.

Tante. Ja freilich! Kommen Sie, lesen Sie! das hier ist die Antwort darauf. [Ebenda S. 351 f.]

(Er wurde roth. Ich sah, daß es ihn erschütterte.)Goethe. Besser hätt' er's nicht machen können. Sehr gut! Ich sag's ja: nun muß ich ihn auf immer gehen lassen. W. gewinnt viel bei dem Publico dadurch, und ich verliere. Ich bin eben prostituirt.

(Tante lachte herzlich.)

Nun wieder an den Anfang der Recension. Die Vergleichung mit dem jungen Füllen u.s.w. Durchgeschnattert und dabei vielmal ausgerufen: Es ist wahr! Er hat Recht! Ganz excellent! – Weiter gelesen. – Gut! Meinen Weislingen beurtheilt er, wie ich ihn will gelesen haben. – Gut! Besser als W. versteht mich doch keiner. – An der Stelle, wo er wegen der Vermischung der Sprachen in verschiedenen Jahrhunderten getadelt wird, sagte er: Auch recht! auch gut! Aber, wer Teufel anders, als ein W., Lessing, kann mich hierinnen beurtheilen? Freilich hat er ganz Recht. Ich hab's selber genug gefühlt u.s.w. Die Folge meiner Werke soll's zeigen, ob ich meine Fehler kannte. Tante. Haben Sie, seit ich zu Düsseldorf war, nicht sonst noch etwas Hübsches im Genre des Göttergesprächs componirt?

Goethe. Nichts, liebe Tante. Den Satyros – nun, der war schon vor Ihrer Abreise fertig.

Tante. Gar nichts? Ein dergleichen freundschaftliches Drama. (Sie guckte ihm gerade in die Augen.) Sie sind aufrichtig Goethe! Darum müssen Sie mir's gestehen.

Goethe. Das will ich. Ja, liebe Tante, fragen Sie nur.

Tante. Das Unglück der J[acobi]?

Goethe. Ja, das ist wahr. Aber schon lange, ehe ich Sie noch alle kannte. Es war bloß auf Anekdoten, auf Wischwaschereien gebaut, alles von Hörensagen. Ihr alle seid lächerlich mitgespielt. Sie auch, Tante! Niemand als die L[a]R[oche], Merck und der Dechant haben's gelesen, und niemand mehr in der Welt soll es auch zu hören und zu sehen bekommen; es soll nie wieder an das Licht riechen. Es ist auch nicht einmal ausgemacht – gilt nicht mehr. Tante. Aber ich doch muß es hören?

Goethe. Liebe Tante, das kann unmöglich sein. Verlangen Sie es nicht!

Nach Hin- und Widerreden wurde es klar, wer der Held darin sei und was den Anlaß dazu gegeben hatte. Es wurde gleich nachher, als G. und Merck von Koblenz zurückkamen, geschrieben ..... Wir hatten großen Spaß und Gelächter über das Ding, wie und wohin er mich schief und übereck gestellt hätte u. dergl.

Aretin's Grabschrift:
L'Aretin repose en ce lieu,
De chacun il fit la satire,
Mais ne connaissant point de Dieu,
De Dieu seul il ne peut medire.

1774, Ende Juni.

Mit Johann Kaspar Lavater

Zum ersten Male sah Lavater auf dieser Reise Goethe, den er in Frankfurt fand. Das war eine schöne Stunde, deren noch viel schönere folgten, ohne die dunkeln der Trennung, die noch in fernem Hintergrunde standen, nur ahnen zu lassen. »Bist's?« »Ich bin's!« »Unaussprechlich süßer, unbeschreiblicher Auftritt des Schauens – sehr ähnlich und unähnlich der Erwartung. Alles war Geist und Wahrheit, was Goethe mit mir sprach. In ziemlich großer Gesellschaft sagte mir Goethe einst: ›Sobald man in Gesellschaft ist, nimmt man vom Herzen den Schlüssel ab und steckt ihn in die Tasche; die, welche ihn stecken lassen, sind Dummköpfe.‹ Viel las er mir aus seinen Papieren vor und las – las – man hätte sich verschworen, er spräche eben dies das erste Mal im Feuer mit mir.«

1774, Juli.

Mit Johann Heinrich Jung

Einige Wochen nachher wurde Stilling [Jung] einsmals des Morgens [in Elberfeld] in einen Gasthof gerufen; man sagte ihm, es sei ein fremder Patient da, der ihn gern sprechen möchte. Er zog sich also an und ging hin; man führte ihn ins Schlafzimmer des Fremden. Hier fand er nun den Kranken mit einem dicken Tuch um den Hals und den Kopf in Tücher verhüllt. Der Fremde streckte die Hand aus dem Bett und sagte mit schwacher und dumpfer Stimme: »Herr Doctor! fühlen Sie mir einmal den Puls; ich bin gar krank und schwach.« Stilling fühlte und fand den Puls sehr regelmäßig und gesund; er erklärte sich also auch so und erwiederte: »ich finde gar nichts Krankes; der Puls geht recht ordentlich.« Sowie er das sagte, hing ihm Goethe am Hals.

1774, Juli(?).

Mit Johann Kaspar Lavater

Erbärmlich, seicht, leer und atonisch und rasend parteiisch fängt der Merkur, den ich heute durchblätterte, zu reden an. Wie doch Wieland den Herder und Hamann, denen er nicht die Füße zu waschen werth ist, erniedrigen kann! ..... Goethe behauptet, Hamann sei der Autor, von dem er am meisten gelernt. Ich sage von Herder, (von dem Hamann sagt: »alles recht, wenn der gute Mann nur auch so simpel schriebe, wie Er!«) wenn Herder in seiner Urkunde nichts geschrieben, als was ich auszog, verdiente er keine so bübische Abfertigung. Ein solches Werk, mit einer so passionvollen verächtlichen Anzeige verächtlich machen zu wollen, heiß ich Pyramiden wegferzen wollen. »Das sind mir Hunde!« hör ich Goethe stampfend rufen. Und diesmal wollt ich ihm den Mund mit der Hand nicht zuhalten!

1774, Ende Juli. (?).

Mit Friedrich Heinrich Jacobi

Die Aufforderung oder der Zuruf, man müsse den wankenden Götzen Wieland vollends niederreißen, ist mir nicht durch Goethen zu Ohren gekommen; dieser spottete nur, ohne jene lächerliche Rede anzuführen, der Schurken und Narren, welche sich in den Kopf gesetzt hatten, er wolle und müsse an Wieland zum Ritter werden.
– – – – – – – – – – – –
Ich müßte zu weitläufig werden, mein liebster Bruder [Wieland], wenn ich Ihnen noch erklären wollte, in welchem Sinne, nach welcher Vermischung von Charakter und Genie man Sie beschuldigt, Sie seien auf einmal vom Kinde zum Greis geworden. Daß Sie bereits zu sehr empfinden, quantum est in rebus inane, gehört mit dazu. Auch Goethe jammerte hierüber bei Gelegenheit, daß er mit Bewunderung und Entzücken von Ihrem Gedicht »An Psyche« sprach. »Wieland's Weisheit,« sagte er, »konnt's doch nicht unerörtert lassen, daß die Wonne des Mädchens frühzeitig ein Ende nehmen würde; da macht er ihm einen herrlichen Nektarbecher zurecht, gießt aber beim Hinreichen einen vollen Löffel Rhabarbertinctur darunter und rührt's brav durch, daß das arme Ding nun den ganzen Stoff nicht mag.«

1774, Ende October. (?)

Mit Friedrich Heinrich Jacobi

Goethe.. sagte von ihm [Jung-Stilling]: »Der wunderliche Mensch glaubt eben, er brauche nur zu würfeln, und unser Herr Gott müsse ihm die Steine setzen.«

1774, Ende October. (?)

Mit Friedrich Heinrich Jacobi

Als ich Ihren [Knebel's] Brief las, fiel mir ein, daß ich vor sechs Jahren, als Klopstock bei mir zu Mannheim war, über Lavater mit ihm zu reden kam. »Mein Freund Lavater,« sagte Klopstock, »ist sehr eitel; der gute Mann weiß es selber nicht, wie sehr!« – Einige Tage darauf erwähnte Goethe einer gewissen Dame gegen mich, die Herder der Eitelkeit beschuldigte und sich nicht mit ihr vertragen könne, weil er selbst der eitelste unter allen Menschen sei. Was Goethe von Herder sagte, sagt ganz Deutschland wieder von ihm: er sei aus Eitelkeit und Hochmuth zum Narren geworden. Wie von Wieland und Klopstock geurtheilt wird, ist niemand unbewußt.

1774, 14. November. (?)

Mit Elisabeth Goethe

An einem hellen Wintertag, an dem Deine [Goethe's] Mutter Gäste hatte, machtest Du ihr den Vorschlag, mit den Fremden an den Main zu fahren. ›Mutter, Sie hat mich ja doch noch nicht Schlittschuh laufen sehn und das Wetter ist heut so schön‹ u.s.w. »Ich [Elisabeth G.] zog meinen carmoisinrothen Pelz an, der einen langen Schlepp hatte und vorn herunter mit goldnen Spangen zugemacht war, und so fahren wir denn hinaus. Da schleift mein Sohn herum wie ein Pfeil zwischen den andern durch; die Luft hatte ihm die Backen roth gemacht, und der Puder war aus seinen braunen Haaren geflogen. Wie er nun den carmoisinrothen Pelz sieht, kommt er herbei an die Kutsche und lacht mich ganz freundlich an. Nun, was willst Du? sag' ich. ›Ei, Mutter! Sie hat ja doch nicht kalt im Wagen: geb' Sie mir Ihren Sammetrock.‹ Du wirst ihn doch nicht anziehen wollen! ›Freilich will ich ihn anziehen.‹ Ich zieh halt meinen prächtig warmen Rock aus, er zieht ihn an, schlägt die Schleppe über den Arm, und da fährt er hin wie ein Göttersohn auf dem Eis.«

1774 (?).

Mit Friedrich Maximilian Klinger

Nun wollte ich auf Akademien gehn, hatte keine 100 fl. Ich ward mit Goethe bekannt. Das war die erste frohe Stunde meiner Jugend. Er bot mir seine Hülfe an. Ich sagte nicht alles und ging so, weil ich lieber sterben wollte, als unverdient was annehmen. Die 100 ff. waren bald all. Der große Goethe drang in mich, machte mir Vorwürfe, und nun leb' ich schon ein ganzes Jahr von seiner Güte.

Um 1774.

Mit Friedrich Heinrich Jacobi

Kurz es ist [Merck] ein Mensch ohne Treu und Glauben, der keinen Fetzen Herz im Leibe hat; ein Kerl von Leder, wie Goethe deshalb von ihm zu sagen pflegte

Um 1774.

Mit Friedrich Heinrich Jacobi

Goethe sagte von Herder (ehemals); er existirte in einem unaufhörlichen Blasenwerfen. – Auch zerplatzt ihm alles, und alles ekelt ihn im voraus an.




Epigramme, Sprüche, Xenien usw.

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