> Gedichte und Zitate für alle: J.Wolfgang von Goethe- Goldschmidt gegen Steitz (23)

2019-10-28

J.Wolfgang von Goethe- Goldschmidt gegen Steitz (23)



Goldschmidt gegen Steitz

[Frankfurt, 3. Oktober 1774] 

Wohl- und HochEdelgeborne Gestrenge Fest und Hochgelahrte Hochfürsichtige und Hochweise Herren; Großgünstig Hochgebietend und Hochgeehrteste Herren Gerichts- Schultheiß und Schöffen! In meiner untertänigen Vorstellung vom 3ten März dieses Jahres habe ganz gehorsamst angezeigt, wasmaßen ich schon vor einigen Jahren da über des Handelsmanns Steitz verworrne SchuldenHändel, bei Ew. HochAdel. Gestrengen und Herrlichkeiten p mit einem Wechsel und respektive Schuldschein mich gemeldet, und obgleich kein förmlicher Konkurs entstanden, dennoch versichert worden, daß zu meiner und andrer Kreditoren Befriedigung eine hinreichende Summe hinterlegt sei, und solche zu seiner Zeit erfolgen sollte.

Ich bat in dieser Rücksicht in gedachtem meinem Exhibito mir nunmehr das meinige großg. verabfolgen zu lassen, als welches ich lange genug entbehret. Ew. HochAdel. Gestrengen und Herrlichkeiten p geruhten solche meine Vorstellung dem Handelsmann Steitz großg. zu kommunizieren, der, nach viel Zeit Verderb endlich mit einer ganz unbedeutenden Antwort mir zu begegnen denket.

Freilich weist besagte meine Schrift aus, daß ich mich zur Zeit, da Steitzens böses Schulden-Wesen verworren zu werden anfing, und deswegen Hoch-Obrigkeitlich prospiziert ward, mit meiner Schuld quaest. gemeldet, daraus dann eine doppelte Folge fließt, erstlich hat gegen dieselbe keine Verjährung statt, und zweitens kann ich da kein ordentlicher Konkurs entstanden, wenn ich [auf] die damals zu hoffende Weise nicht befriedigt werden sollte, meinen völligen Regreß an Schuldnern nehmen. 

Gegenwartig aber bitt ich, allgemeinen Widerspruch allem übrigen Vorbringen entgegen setzend: Hochdieselben geruhen nunmehro unter solchen Umständen mehr gedachte Schuld von 129 fl. 30 Xr von denen bei Löblr. Rechnei hinterlegten Steitzischen Geldern mir Großg. verabfolgen zu lassen. Der ich pp. Euer Hochadel. Gestrengen und Herrlichkeiten p untert'gster Abraham Löb Goldschmit JWGoethe Lt
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