> Gedichte und Zitate für alle: Robert Petsch: Vorträge über Goethes Faust III.2 (10)

2019-11-11

Robert Petsch: Vorträge über Goethes Faust III.2 (10)



Was aber der Teufel dem Unerfahrenen als Fallstrick vor die Füsse wirft, das sucht ein grosser, reiner Mensch zum Heil der Menschheit zu wenden. In diesem Sinne übernimmt Faust die Leitung der nun folgenden „Mummenschanz", wenn das auch nicht ausdrücklich ausgesprochen wird. Überhaupt hängen weder die Akte noch die einzelnen Scenen dieses zweiten Teils sehr eng miteinander zusammen, und oft müssen wir die Übergänge ergänzen, während andererseits wieder die einzelnen Partien, dem älteren Stil Goethes und seiner mehr epischen Beanlagung entsprechend, so stark ausgedehnt sind, dass sie die Komposition des Dramas fast gefährden. Zu diesen weit ausgesponnenen Teilen gehört gerade das vorliegende Stück, dem die Neigung des Dichters ganz besonders stark entgegenkam. Wenn im alten Faustbuch, etwa in der Bearbeitung Pfitzers, von Schattenspielen am Hofe Karls V. berichtet wurde, wo Faust den König Alexander den Grossen und seine Gemahlin erscheinen lässt, wie später vor den Studenten die schöne Helena aus Graecia, so ward Goethe wohl dabei an die Trionfi, die grossen Karnevals-Maskenzüge der Mediceer erinnert, wobei allegorische Figuren aus dem Altertum, aber auch Tiergestalten, wie der Elefant auftraten, oder an den römischen Karneval, dessen Pracht er selbst in Italien mit angeschaut und beschrieben hatte, vor allem aber an die durch ihn in Weimar eingebürgerte Nachahmung solcher Spiele, die Maskenzüge, für die er mehrfach Texte gedichtet und einstudiert hat. Wie er etwa der regierenden Herzogin durch Menschen aus fernen Gegenden oder durch die Planeten seine Würdigung aus- sprechen Hess, wie er im Jahre 1810 Figuren aus der romantischen Poesie über die Bühne führte oder 1818 Gestalten aus seinen eigenen, sowie aus Schillers, Herders und Wielands Werken sich selbst und ihre Umgebung charakterisieren Hess, wie er mit solchem heiteren Spiel gern eine tiefere Belehrung verband, so versucht hier Faust dem Kaiser nicht mit dürren Worten, sondern mit Hilfe der bunten Fabelwelt, die er vorführt, seine neu gewonnene Lebensanschauung zu predigen. Natürlich ist der Maskenzug kein philosophisches System, kein Lehrbuch der Ethik, worin man paragraphenmässig fortschreitet; nicht jede Zeile will belehren, sondern die einzelnen Erscheinungen, die von Hause aus einen tieferen Sinn haben, leben sich eben als dramatische Figuren aus und reissen uns oft genug durch die Schönheit der Sprache und die Fülle der poetischen Vorstellungen hin. Überhaupt wirkt dieser Teil des Dramas, der ganz aufs Schauen berechnet ist, eben viel stärker bei der Darstellung als beim blossen Lesen. Und an die Aufführung hat Goethe selbst schon gedacht, wie eine Unterredung mit Eckermann beweist :

So auch gedachten wir des grossen Karnevals, und inwiefern es möglich, es auf der Bühne zur Erscheinung zu bringen. „Es wäre doch noch ein wenig mehr", sagte ich, „wie der Markt von Neapel."

„Es würde ein sehr grosses Theater erfordern", sagte Goethe, „und es ist fast nicht denkbar."

„Ich hofte es noch zu erleben", war meine Antwort. „Besonders freue ich mich auf den Elefanten, von der Klugheit gelenkt, die Viktoria oben, und Furcht und Hoffnung in Ketten an den Seiten. Es ist doch eine Allegorie, wie sie nicht besser existieren möchte."

„Es wäre auf der Bühne nicht der erste Elefant", sagte Goethe. „In Paris spielt einer eine völlige Rolle; er ist von einer Volkspartei und nimmt dem einen König die Krone ab und setzt sie dem andern auf, was freilich grandios sein muss. Sodann, wenn am Schlüsse des Stücks der Elefant herausgerufen wird, erscheint er ganz allein, macht seine Verbeugung und geht wieder zurück. Sie sehen also, dass bei unserm Karneval auf den Elefanten zu rechnen wäre. Aber das ganze ist viel zu gross und erfordert einen Regisseur, wie es deren nicht leicht giebt."

„Es ist aber so voller Glanz und Wirkung", sagte ich, „dass eine Bühne es sich nicht leicht wird entgehen lassen. Und wie es sich aufbaut und immer bedeutender wird! Zuerst schöne Gärtnerinnen und Gärtner, die das Theater dekorieren und zugleich eine Masse bilden, so dass es den immer bedeutender werdenden Erscheinungen nicht an Umgebung und Zuschauern mangelt. Dann, nach dem Elefanten, das Drachengespann aus dem Hintergrunde durch die Lüfte kommend, über den Köpfen hervor. Ferner die Erscheinung des grossen Pan, und wie zuletzt alles in scheinbarem Feuer steht und schliesslich von herbeiziehenden feuchten Nebelwolken gedämpft und gelöscht wird! Wenn das alles so zur Erscheinung käme, wie Sie es gedacht haben, das Publikum müsste vor Erstaunen dasitzen und gestehen, dass es ihm an Geist und Sinnen fehle, den Reichtum solcher Erscheinungen würdig aufzunehmen."

„Geht nur", sagte Goethe, „und lasst mir das Publikum, von dem ich nichts hören mag. Die Hauptsache ist, dass es geschrieben steht; mag nun die Welt damit gebaren, so gut sie kann, und es benutzen, so weit sie es fähig ist."

Die Idee des Ganzen kann natürlich nur einem höher stehenden Beobachter klar werden. Die einzelnen Darsteller wissen nicht recht, welche tiefere Bedeutung ihr Spiel hat und so erst werden sie recht lebendig. Faust spielt zuerst mit Hilfe der Hofgesellschaft ; an einer bestimmten Stelle aber setzt er mit ganz anderen Darstellern ein, von denen bisher niemand eine Ahnung hatte, mit Schauspielern aus dem Geisterreiche. Der Herold, der etwas höher steht als die anderen Festteilnehmer, muss an diesem Punkte auf die Erklärung der Figuren — von denen übrigens auch er immer nur die äussere Seite, niemals die innere Bedeutung erfasst — gänzlich verzichten.

Im Anfang giebt er das äussere Thema des ganzen Maskenspiels an. Der Zuschauer soll sich vorstellen, der Kaiser sei soeben von der Krönung über die Alpen heim- gekehrt und wolle den Fastnachtsjubel der welschen Länder in Deutschland fortsetzen, und zwar mit dem Prunk und der Ausgelassenheit des Italieners, ohne Rücksicht auf den Geschmack des Deutschen, der sich in Teufelsfratzen und Totentänzen gefällt. Freilich geht es auch hier wie in Auerbachs Keller : „Den Teufel spürt das Völkchen nie und wenn er sie beim Kragen hätte". Mephistopheles ist nahe genug.

 Florentinische Gärtnerinnen erscheinen und schmücken den Festplatz; aber es sind nur künstliche Blumen, Papierschnitzel, die sie bringen, wenngleich das Ganze nachher einen gefälligen Eindruck macht. Frische Natürlichkeit fehlt an diesem Hofe, aber an einem bunten aufgeputzten Nichts weiss man sich zu erfreuen. Und dem entsprechen die trochäischen Verszeilen, die ganz zu der „galanten" Sprache dieser Hofgesellschaft passen. Übrigens sind alle diese Figuren nicht etwa ironisch behandelt, sondern in ihrer Einfalt gerade so liebenswürdig aufgefasst, wie der Famulus Wagner. Wie viel Poesie spricht aus diesen Strophen, mit denen die einzelnen Blumen, oder besser ihre Trägerinnen, sich einführen. Aber es liegt auch ein tiefer Sinn in ihrer Aufeinanderfolge: der Olivenzweig deutet auf den Frieden, der Ährenkranz auf den Ackerbau, beides auf die Grundlagen der Kultur, wie sie auch Schiller in seinen kulturgeschichtlichen Gedichten preist. Aber wie im „Spaziergang", so folgt hier auf die Bildung die Überfeinerung, den Ährenkranz lösen Phantasieblumen ab, das Zeichen der unnatürlichen Überkultur, bis sich endlich wieder die Natur geltend macht ; wie dort die Revolution die Luft reinigt und das Volk zur Regierung bringt, so behalten hier die Rosenknospen endlich den Sieg. Auf die Gärtnerinnen folgen Gärtner. Sie bringen nicht Blüten, sondern Früchte : Kirschen, Pfirsiche, Königspflaumen, Äpfel, die das Auge des wahren Menschen gerade so und noch mehr reizen müssten, als der künstliche Blumenflitter. Aber dafür hat diese Gesellschaft keinen Sinn. Goethe und Schiller weisen gern daraufhin, dass der sinnliche Genuss seinen Gegenstand zerstört : sobald die Frucht verzehrt ist, hört unsere Freude auf. Darin zeigt sich der wahre Mensch, dass er mit dem Auge, in der Phantasie geniessen kann; ganz anders denken diese Burschen: „Gegen Zung' und Gaumen hält sich Auge schlecht als Richter; über Rosen lässt sich dichten, in die Äpfel muss man beissen". Auf der einen Seite Freude an einem bunten Flitter, einem aufgeputzten Nichts, auf der anderen Seite roher, materieller Genuss — es ist, als hätte Goethe die „Gesellschaft" seiner eigenen Tage (und nicht bloss seiner Tage) schildern wollen.

Auf diesem Hintergrunde entfalten sich die folgenden Scenen, die zunächst wieder die seichte Gegenwart darstellen, aus der sich der Kaiser emporarbeiten soll. Sinnlichkeit und Habgier, Wollust und materielle Genüsse hatte Satan in der Walpurgisnacht seinen Schützlingen als des Lebens Kern empfohlen. Diesen Zielen strebt auch das gesamte Philistertum zu, nur sprechen die „Viel zu Vielen" das für gewöhnlich nicht aus; sie sind durch jahrtausendlange Übung sehr geschickt in der Lüge und Verstellung, und so nimmt denn die menschliche Gemeinheit mehr oder minder verlockende Umkleidungen an. Da sehen wir die Mutter mit der Tochter auftreten, die eine nach dem Schwiegersohn, die andere nach dem Bräutigam lüstern und auf der anderen Seite die Fischer und Vogelsteller „nach schönen lindern" haschen.. Also Genusssucht, wenn auch in liebenswürdiger Form schon bei dem Mittelstande und daneben die Rohheit und Selbstsucht, wie sie sich in dem Auftreten der Holzhacker zeigt. Hier ist wenigstens frische Urkraft, „jeder freut sich seiner Stelle", hält sich aber, wie es zu gehen pflegt, auch für unentbehrlich. Und doch können diese rauhen Gesellen das Heil nicht bringen: „Wo rohe Kräfte sinnlos walten, da kann sich kein Gebild entfalten", und der Sinn, die lenkende Klugheit, die der Kraft ihre Stelle anweisst, fehlt eben hier. Noch weniger freilich als sie werden jene ,, immer müssigen, aalgleichen" Lebemänner aus den „höheren Ständen" der Welt nützen, die gegen die Vorwürfe der Handarbeiter durch ihre Gleichgültigkeit, ihre blasierte Teilnahmlosigkeit geschützt sind: „Ihr mögt uns loben, ihr mögt uns schelten"; oder die ehrlosen Parasiten und Trunkenbolde, die ihre Persönlichkeit, ihre Selbstachtung dem rohen Genüsse aufopfern oder endlich die Auch-Dichter, die nicht um der Sache willen, nicht aus heiligem inneren Trieb, sondern um ihrer Rollen willen dichten und sich bestimmte Fächer als ihr Eigentum reserviert haben. Hier, wo keine reine Menschlichkeit gedeiht, kann auch keine wahre Poesie entstehen: ein Lebensrecht hat hier nur die Satire. Sie ist die einzige Dichtungsgattung, die wirklich zu Worte kommt. Das ist also das schliessliche Ergebnis dieser Musterung der gegenwärtigen Welt: die einen haben keinen Charakter und die anderen keine Anmut; nur im Altertum war beides vereint. Und so ruft denn der Herold die griechische Mythologie auf, die „selbst in moderner Maske weder Charakter noch Gefälliges verliert". Zu dieser Figurenreihe gehört schliesslich auch der „grosse Pan", in welcher Maske ja der Kaiser selber versteckt ist. Absichtlich hat ihn Faust nicht dem stockigen Alltagsleben, sondern dem frischeren, sinnlicheren, kräftigeren klassischen Altertum eingereiht, das er übrigens nicht gerade für den idealen, heute noch zu erstrebenden Zustand ansieht. Vielmehr unterbricht er selbst diese Maskenreihe durch die tief symbolische Vorführung des Elefanten und des Plutus.

Die Huldgöttin des Altertums, die Grazien, leiten die Reihe klassischer Gestalten ein. Mit ,gratia' bezeichnet der Römer auch die Dankbarkeit; das Leben ist ein stetes Nehmen und Geben, und der weiss recht zu leben, der sich dessen bewusst bleibt und den Dank für das Empfangene nicht vergisst, aber die Beziehungen von Mensch zu Mensch nicht bloss um des Nutzens und Vorteils willen pflegt, son- dern ins Geben, Nehmen und Danken Armut hineinzulegen weiss. Gefällig und freundlich erscheinen denn auch die ernsteren Wesen der alten Mythologie, um die Freude an diesem Festtage nicht zu stören; die Schicksalsgöttinnen, die Parzen drohen heut keine Gefahr. Nur Lachesis, die Ordnende, waltet heute ihres Amtes, die Schere aber ist versteckt und nur eine leise Mahnung klingt ans Ohr der Schwärmenden, den zarten Lebensfaden nicht mutwillig zu zerreissen. Und selbst die rächenden Furien erscheinen nicht abstossend; wir denken an Winckelmanns und seiner Nachfolger optimistische Auffassung des klassischen Altertums, an Lessings Ausspruch, dass die Alten niemals eine Furie in ihrer Wildheit und Hässlichkeit nachgebildet hätten und an Goethes Worte über die Medusa Rondanini, wenn hier die Töchter des Hades „hübsch, wohlgestaltet, freundlich, jung an Jahren" erscheinen. Es ist im Grunde ein richtiges Gefühl, das den Dichter leitet : die verleumderischen Mächte, die das Familienglück zerstören, würden nicht so viel Erfolg haben, wenn sie ihr wahres Gesicht zeigten : sie führen sich vielmehr als „Schmeichelkätzchen" ein und nehmen durch ihre scheinbare Holdseligkeit gefangen. In Wahrheit aber sind sie wie reissende Tiger, denn während der kräftige Mensch in seinem ehrlichen Hass doch schliesslich zur Versöhnung geneigt ist, wollen sie von Vergebung nichts wissen, sondern quälen ihre Opfer mit lächelndem Antlitz zu Tode. Das sind denn die Schattenseiten einer Kultur, die ganz auf die Anmut gestellt ist : schwache Naturen werden gerade hier unglücklich werden. So schätzenswert die Anmut ist, das einzige bleibend Wertvolle ist auch diese Kulturwelt nicht, es gilt, dem Kaiser ein neues Lebensideal zu predigen. Dies offenbart Goethe in einem grossartigen, dem „Triumph Caesars" von Mantegna entlehnten Bilde : wie ein gewaltiger, in Bewegung gesetzter Berg kommt der Elefant heran, von einer zierlich-zarten Frau mit feinem Stäbchen sorgfältig gelenkt, über ihm eine herrliche, blendende Gestalt, zu seiner Seite zwei edle Frauen in Ketten, die eine froh, die andere bang. Gewaltige Manneskraft, durch Klugheit gelenkt, geht unbeirrt durch Furcht oder Hoffnung, in denen ja schon Spinoza zwei der grössten Menschenfeinde, Erkennungszeichen des unzulänglich denkenden Menschen sah, ruhig und fest ihres Weges, gerade auf das Ziel zu, um schliesslich vom Siege gekrönt zu werden. Meisterhaft ist die Furcht geschildert, die das Leben verbittert, indem sie dem Menschen den klaren Blick nimmt und den oft Getäuschten schliesslich in jedem seiner Mitmenschen einen Feind wittern lässt, andererseits aber ihn im Leben festhält, da der Selbstmord zur Vernichtung zu führen scheint. Es ist die Sorge, von der Goethe früher sagte, dass sie Lust und Ruhe störe. Auch die Hoffnung, die Goethe hier verwirft, ist nur niederer Art, nicht etwa die freudige Zuversicht, ein grosses Ziel endlich zu erreichen, nicht die optimistische Grundstimmung des Menschen, aus der ja der Meister selber seine beste Lebenskraft zog, sondern eine philisterhafte Hoffnung, eine schale, rückständige „Lebensweisheit", die schliesslich zum faulen Eudämonismus führt, und „in sorgenfreiem Leben nie entbehren, stets erstreben", aber eben nur das sehr bequem Erreichbare erstreben will. — Bis hierher ist alles gegangen, wie es sollte, wie Faust es angeordnet hatte. Indessen die hohe Wahrheit, wie sie die Klugheit vom Rücken des Elefanten her verkündigte, ist Mephistopheles so zuwider, wie seinerzeit Fausts Bibelübersetzung. Da muss er Einspruch erheben, sonst wäre er der Teufel nicht. Auch er ist maskiert; was sollte er im klassischen Reiche für eine andere Maske annehmen, als die des höhnischen Thersites im Homer, jenes bösartigen Lachers, der gewohnheitsmässig das Edle und Grosse verhöhnt, nicht wie der Satiriker, der durch Lachen bessern will, sondern nur, weil das Grosse seiner gemeinen Natur widerstrebt. Wie Thersites bei Homer den Kriegern, so trieb es in späteren Zeiten mancher schulfüchsische Pedant Dichtem und bildenden Künstlern gegfenüber: aus der Schar dieser unfruchtbaren Kritiker (es giebt auch eine produktive Kritik !) greift Goethe den alten Grammatiker Zoilos heraus, den man „die Geissel des Homer" nannte. Beide Figuren, eine so widrig wie die andere, werden zu einem scheusslichen Wesen Zoilo-Thersites verschmolzen. In Wahrheit weiss dieser an Frau Victoria, die im Triumph daherzieht, nichts Wesentliches auszusetzen und so will er wenigstens an der äusseren Erscheinung der Göttin mäkeln, um seine eigene boshafte Natur zu bewähren. So reizt er denn den Herold, der natürlich auf dieses Unwesen nicht vorbereitet war, zum Eingreifen, verwandelt sich aber schleunigst in Otter und Fledermaus. Man muss wissen, wie unangenehm Goethes Feingefühl der Anblick widerwärtiger Tiere war, um zu verstehen, wie durch das soeben Geschaute eben allen Festteilnehmern die Lust verdorben ist; man macht sich auf Schlimmes gefasst — aus dem gedankenlosen Festtrubel leitet uns der Dichter allmählich zu den erregten Schlussscenen über. Was bezweckt doch Mephistopheles mit dem ganzen Spiel? Er will den Kaiser in den Glauben versetzen, als seien im Lande neue Goldquellen entdeckt worden und ihm in der Betäubung seine Einwilligung zur unbegrenzten Ausnützung dieser Quellen entreissen. Also auf die Täuschung durch den Anblick des Goldes und auf Sinnenverwirrung läuft alles hinaus. So kann denn Faust in diesem Antiken-Gaukelspiel nicht anders auftreten denn als Flut US, als Gott des Reichtums; natürlich vertritt er vorzugsweise die segensreichen, beglückenden Gaben des Gottes, das ja sehr wohl kulturfördernd wirken kann. Die Kehrseite vertritt Mephistopheles, der als „Geiz" unedle Begierden verkörpert, die das Gold im Menschen erregt. Faust also erscheint auf einem Drachenviergespann in der Gestalt eines orientalischen Herrschers von edlem Aussehen. Wo der Reichtum herrscht und mit „Anstand" im Goethischen Sinne benutzt ist, da treibt die scheinbare Verschwendung herrliche Früchte: am Hofe des Augustus entfaltete Rom seine höchste künstlerische Blüte. Und so begleitet den Plutus der Knabe Lenker, mit dem Goethe niemand anders meinte, als die Poesie, den späteren Euphorion. Der Herold kann die beiden Wesen nicht be- nennen; in seinem Programm stand nichts von ihrem Auf. treten und um ihr innerstes Wesen zu erkennen, dazu reicht sein Scharfsinn nicht aus; eher kann er ihre äussere Erscheinung beschreiben. So müssen denn die beglückenden Wesen sich selber nennen und sogleich ihre Kunst bewähren. Aber werden die Güter der Poesie in dieser Gesellschaft nach ihrem wahren Wert geachtet? Schätze streut der Knabe Lenker aus, aber sie haschen mit plumpen Händen danach, statt sich am schönen Schein zu ergötzen; materielle Genüsse jedoch gewährt die Kunst nicht; Käfer und Schmetterlinge halten die Umstehenden in den Händen statt „solider Dinge". Damit haben sie ihren gemeinen, philisterhaften Sinn bewiesen und verdienen, von Mephistophel es gehöhnt zu werden. Die Lärmscene, die Balgereien um die Schätze haben ihre Begierde entfesselt; jetzt können die Weiber ihre Zunge nicht mehr zähmen und binden mit dem dürren Hanswurst an, der hinten auf dem Wagen hockt und ihnen tüchtig zu antworten weiss. Wie er immer mit guten Lehren bei der Hand ist, wenn sie seinen bösen Zwecken dienen, so versteht er es hier, die Wut der keifenden Weiber durch seine Sittensprüche anzufachen. In dieser Sphäre entflieht die Poesie, der Knabe Lenker wird von seinem Herrn beurlaubt. Und nun enthüllt Plutus seine Schätze und die Habgier offenbart sich in ihrer krassesten Form. Sind das nun wahrere, dauerndere Schätze, als jene, die der Knabe Lenker zu verteilen hatte? Nur dem Edlen wird das Gold nützen, den Schlechten macht es noch gemeiner und, wenn es geschwunden ist, unglücklich. Das deuten die Wunden an, die den Allzugierigen durch das Bespritzen mit den Feuertunken zu teil werden. Aber noch ist das letzte Wort über das Gold nicht gesprochen. Eine Sünde lockt die andere herbei. Wenn das Tierische im Menschen einmal entfesselt ist, so muss sich, wie es in Auerbachs Keller hiess, alsbald die Bestialität herrlich offenbaren. Und so zeigt denn Mephistopheles durch seine unzüchtigen Gebärden, mit denen er die Weiber an sich lockt, wie die Sittlichkeit durch das Gold untergraben wird, „denn dies Metall lässt sich in alles wandeln." Wir brauchen es nur zu verallgemeinern und an die furchtbaren Volksplagen der Bestechlichkeit, des Stimmenkaufs u. s. w. zu denken, um die Warnung zu verstehen, die Faust dem Kaiser noch in letzter Stunde erteilt, als Mephistopheles schon im Begriff steht, ihm Reichtümer in die Hände zu spielen.

Ein letzter Mahnruf! Schon naht der grosse Pan mit seinem Gefolge, der Kaiser mit seiner leichtsinnigen Begleitung; Faust weiss, wer in der Maske steckt und wird bedenklich. „Sie wissen nicht, wohin sie schreiten, sie haben sich nicht vorgesehn". Sie aber scherzen und rühmen sich ihrer Erfolge beim schönen Geschlecht, ihres freien Treibens aut den Höhen des Lebens, ihrer gewaltigen Kraft — im ganzen ähnliche Gestalten, wie in den ersten Scenen der Mummenschanz, nur als Faune, Satyrn, Nymphen und Riesen mythologisch verkleidet. Sie alle schmeicheln dem schweigenden Pan als dem Alleinbeherrscher der Natur und lügen ihm so viel von seiner Allmacht und Grösse vor, dass er schliesslich selber daran glaubt. Aber neben den klassischen Gestalten sind andere eingeschlüpft, nicht Hofleute in Masken, sondern die Scharen des Mephistopheles, die Geister, die wir früher auf den Gängen singen hörten, als Faust den Blutpakt unterschrieb u.s.w. Als Gnomen erscheinen sie, als Hüter der Schätze im Bergesschacht; an sich ist das Metall freilich weder gut noch böse; es kommt nur darauf an, wie der Mensch es braucht, ob er das Gold zu seinem Vorteil oder zur Befriedigung seiner bösen Lust verwendet, ob er das Eisen zu nützlichen Werkzeugen oder zu tödlichen Waffen verarbeitet. Die Unterirdischen entsenden nun eine Deputation an den grossen Pan, um ihm angeblich eine wundervolle Quelle zu zeigen, „die bequem verspricht zu geben, was kaum zu erreichen war".

Faust-Plutus selber muss in dem gewagten Spiel mitwirken, wenngleich ihm unbehaglich genug dabei zu Mute ist. Optimistisch, wie er immer ist, glaubt er wirklich noch daran, dass der Kaiser, wenn seine Geldnot erst einmal gestillt sei, ein vernünftiges Regiment beginnen werde. Der grundgescheite Mephistopheles, der auch die gekrönten Philister durchschaut, weiss es besser, hütet sich aber, seine Opfer zu warnen.

So tritt der Kaiser an die Feuerquelle heran; seine Sinne sind durch das Geschaute so gründlich verwirrt, dass er zwischen Wahrheit und Schein in den folgenden Schreckensscenen kaum noch zu scheiden vermag, und Faust befiehlt dem Herold, alles genau zu buchen, damit er sich später auf sein Protokoll berufen könne. So hören wir denn aus des Herolds Munde, was im folgenden geschieht, denn alles geht so blitzschnell vor sich, dass wir den Vorgängen mit dem Auge nicht folgen könnten. Goethe mochte bei dem ganzen Vorgang an jenes Ballfest denken, bei dem Napoleon der Grosse in die Gefahr kam zu verbrennen, oder an den schauerlichen Maskenbrand von 1393, bei dem das Gefolge des Königs Karl VI. von Frankreich zum Teil zu Grunde ging, er mochte sich auch an Fausts Feuerzauber beim türkischen Kaiser erinnern, von dem das Volksbuch erzählt ; kurz, auch hier tritt der Kaiser der Quelle zu nahe, sein falscher Bart fängt Feuer, er wird erkannt und eine un- geheure Furcht bemächtigt sich aller, als die geheiligte Person des Herrschers ein Raub der Flammen zu werden droht. Der Herold zieht eine Lehre aus dem Vorfall, aber eine solche, die nicht herpasst; er wirft dem jugendlichen Kaiser Ausgelassenheit vor, die ihn in Gefahr gebracht habe. Eine andere Wahrheit liesse sich hier erkennen : die Gefahr der Habgier, des Geizes, des Strebens nach Besitz. Davon ist aber keine Rede. Kaum hat Faust durch Regenwolken dem Unglück gewehrt, so treffen wir den Kaiser in bester Laune in seinem Lustgarten an.

Das Ganze ist ihm nicht mehr gewesen, als ein hübscher Scherz. Der Blick in die feurigen Schlünde, das Scheinregiment über „tausend Salamander" behagte ihm, und er ist sofort bereit, solche Spiele fortzusetzen; der schlaue Mephistopheles, der seiner Eitelkeit schmeichelt, um ihn in die Netze des Sinnengenusses immer tiefer zu verstricken, ist ihm viel lieber, als der ernste Faust. Der schalkhafte Zauberer soll ihm die Welt, die ihm durch seine eigene Schuld Langeweile erregt, wieder angenehm machen. In dieser frohen Stimmung erhält er die Nachricht von den scheinbar segensreichen Folgen des neuen Papiergeldes und hört jetzt erst den Wortlaut des wichtigen Dokuments, das er in der Nacht blindlings unterschrieben hat. Wir sahen und hörten nicht eigentlich, dass er die Unterschrift leistete. So erscheint es uns denn auch glaublich, dass er sich selber nicht mehr daran erinnert. Im ersten Augenblick bäumt sich noch ein Rest von Rechtsgefühl in ihm auf, er ahnt schweren Betrug, der mit seinem Namen verübt wurde. Das ist im Grunde auch der Fall. Denn ob man des Kaisers Namenszug nachahmt, oder dem Betäubten, Sinn- und Willenlosen die Unterschrift abdringt, ist im Prinzip gleich unsittlich. Aber dieser Kaiser ist viel zu oberflächlich, um in den Kern der Sache einzudringen. Nachdem ihm von glaubhaften Zeugen versichert worden ist, dass er selbst die Urkunde unterschrieben habe, wäre es ihm höchstens unangenehm, wenn seine That verderbliche Folgen hätte. Das scheint ja aber gar nicht der Fall zu sein. Im Gegenteil, alles ist befriedigt und vergnügt. Und so ist denn auch der Kaiser als blinder Erfolganbeter schliesslich der Sache zufrieden. Die unheilvolle Wirkung, die das unsittliche und ungerechtfertigte Gewaltmittel zur Folge haben muss , das Sinken des Kredits, bedenkt er nicht, wie er denn überhaupt nicht weitsichtig ist. Dennoch hat Goethe ihn auch hier wieder ein ganz klein wenig über seine Umgebung emporgehoben. Während die neu Beschenkten ihre Schätze nur dazu verwenden, ihren bisherigen Leidenschaften in erhöhtem Masse zu fröhnen, Wein, Weibern, Würfelspiel und faulem Besitz nachzujagen, bleibt der Kaiser sinnend stehen: „Ich hoffte Lust und Mut zu neuen Thaten; doch wer euch kennt, der wird euch leicht erraten". Errät er sie wirklich? Wir trauen doch seiner Menschenkenntnis nicht recht: den früheren Hofnarren, den einzigen, der sein Geld gewinnbringend anzulegen weiss, durchschaute er nicht, es war nur eine augenblickliche Ahnung des Richtigen, die in ihm aufstieg; bald wird er in dem seichten Hofleben wieder untergehen, wird diejenigen, die er soeben als Narren erkannte, wieder für seine Freunde ansehen und die wahrhaft Vernünftigen als Narren behandeln. Von ihm gilt wirklich, was Mephistopheles im „Prolog im Himmel" sagte: der Mensch brauche seine Vernunft nur, um tierischer als jedes Tier zu sein, das heisst um dahinzuleben wie das Vieh, aber widerwärtiger für den Zuschauer, weil das Tier nur seinem Instinkte folgt, der Mensch aber als Vemunftwesen eigentlich die Bestimmung hätte, sich darüber zu erheben.

„Erst haben wir ihn reich gemacht, nun sollen wir ihn amüsieren", berichtet Faust, der den kaiserlichen Herrn gesprochen hat. Alle Reiche der Natur hatte Mephistopheles freigebig dem Herrscher öffnen wollen ; dieser aber greift mit seinen Wünschen in ein Reich, über das der Teufel keine Gewalt hat: ins Reich der Vorwelt, des klassischen Altertums. Er will Zauberbilder sehen, Helena und Paris. Es ist eine Grille des hohen Herrn, die seine Sinne kitzeln soll, wie früher das Maskenspiel. Aber anders fasst der kleine, anders der grosse Geist dasselbe Problem auf Für Faust ist Helena eben die höchste, auf der Welt je gesehene Verkörperung menschlicher Schönheit; nachdem er von der tierischen Begierde gereinigt ist, hat die Sinnlichkeit in ihm einen urgesunden Charakter und eine vorwiegend ästhetische Richtung angenommen. Einmal angeregt, lässt der Gedanke ihn nicht mehr frei: hatte er früher vergeblich Befriedigung gesucht, indem er einem Genüsse nach dem andern nachjagte, so sucht er jetzt den einzig des Strebens werten, höchsten Genuss der Schönheit auf; es ist etwas ganz anderes, was ihn zu Helena treibt, als was ihn früher zu Gretchen führte : nicht Liebe, sondern der Drang nach Schönheit, der, je grösser Faust innerlich wird, auch um so grösser, reiner, gewaltiger in ihm erwachen muss. Und gross ist Faust geworden; während sich Mephistopheles dreht und windet und nur an Betrug denkt, aber auch hier verzweifelt: „Teufels Liebchen, wenn auch nicht zu schelten, sie können nicht für Heroinen gelten", trachtet Faust nach Wahrheit, nach der wirklichen Neubelebung Helenas. Er will das Unmögliche wagen, auch wenn Mephistopheles seine Hilfe versagen muss. Das heisst: er löst sich von dem unheimlichen Gesellen los, er hegt so grosse Wünsche, dass sie der „arme Teufel" kaum fassen, geschweige denn erfüllen kann ; von nun an ist Faust der Herr und Mephistopheles der Knecht. So kann denn der böse Geist nur noch mit seiner Erfahrung, seinem Wissen helfen; gern giebt er es nicht her; aber das gegebene Wort muss eingelöst werden, denn er hofft, immer noch, den Kaiser zu umgarnen und auch Faust durch die Verbindung mit Helena in den Sumpf der Sinnlichkeit hinabzuzerren. Wenn er auch nichts schaffen kann, ja das Schaffen seinem Wesen als Zerstörer widerspricht, so weiss er doch nur zu gut, wo die Quellen alles Lebens sind, von woher jene unzähligen Einzeldinge stammen und sich immer neu gebären, gegen die er den ewig fruchtlosen Einzelkampf führt. Von jeher haben sich die Erklärer um die Deutung der schauerlich-schönen Scene in der finsteren Gallerie, des Gesprächs über die Mütter emsig bemüht; das beste hat wieder der Meister selbst gesagt. „Ich kann Ihnen nichts weiter verraten", äusserte er zu Eckermann, „als das sich bei Plutarch gefunden, dass im griechischen Altertum von Müttern als Gottheiten die Rede gewesen. Das ist alles, was ich der Überlieferung verdanke, das übrige ist meine Erfindung". Goethe kannte aber auch die platonische Vorstellung von den Ideen, den Urbildern, von denen die Einzeldinge abstammen, wie Kinder von den Müttern. So mochte er denn leicht auf den Gedanken kommen, dass es eben auch ein solches Urbild der weiblichen Schönheit geben müsse, das einmal greifbar verkörpert in der Gestalt der griechischen Helena auf der Erde erschienen sei. So gut aber das Urbild „Rose" etwa immer und immer wieder in unzähligen Einzelbildern in die Erscheinung tritt, warum sollte nicht das höchste Ideal weiblicher Schönheit zum zweitenmale verkörpert werden? Natürlich Hess sich das nicht abstrakt darstellen, sondern für den Dichter wurden die Ideen wirklich zu Müttern; doch der ganze Schauer des Geheimnisvollen umwebt sie. die in ewiger Öde thronen : denn nur die konkreten Einzeldinge gehören ja bestimmten Orten und Zeiten an, die Urbilder sind ewig, wortlos und zeitlos. Es ist Goethe meisterhaft gelungen, das Unbelebte zu beleben und den ganzen Stimmungsgehalt der Vorstellung auszuschöpfen. Wie die Urbilder um den Dreifuss schweben, dessen Dampf ihnen Gestalt verleiht , wie Faust den Weg ins unwegsame , nie betretene Land antreten und stampfend niederfahren muss in ungeheuerliche Abgründe, das alles flösst uns Schauer ein. Wir ahnen mehr, als wir verstünden, was der Dichter meint. Aber unfassbar ist es nicht. Nur muss man hier nicht jedes Wort, jedes Ding und jede Bewegung im einzelnen symbolisch deuten wollen. Helena und Paris erhalten die Gestalt, die sie schon einmal hatten, aber nicht körperliches Wesen. Sie bleiben Schemen, sie können Scenen aus ihrem früheren Dasein kraft der Erinnerung wiederholen, aber nicht nach Willkür sich bewegen und das Leben geniessen. Freilich, der Kaiser hat ja auch weiter nichts verlangt, als ein Schattenspiel. Und während Faust in die grauenhafte Öde sich begiebt, sein ganzes „Wesen" hineinversenkt in die Urschöpfung und nach seinen früh gehegten, aber nie erfüllten Wünschen zu den „Quellen alles Lebens" vordringt, bleibt Mephistopheles bei der Hofgesellschaft zurück. Absichtlich hat Goethe wieder und wieder die geistige Minderwertigkeit dieser unbedeutsamen Menschen betont, die gar nicht ahnen, mit wem sie es zu thun haben, sondern in Faust und Mephistopheles nur ein paar gefällige Salonmagiker sehen, die sie m allen kritischen Fragen ihres Lebens um Rat fragen können, wo es sich etwa um die vorteilhafteste Entfaltung ihrer körperlichen Vorzüge handelt, oder um die Erfüllung ihrer Liebeswünsche, oder sonst um eine zweckmässige Art, die Zeit totzuschla- gen. Da kommen die Hofdamen (sie brauchen keinen Namen, denn sie sind doch keine Persönlichkeiten, sondern schlechtweg „die Blondine", „die Braune", wie sie wohl auch von den Kavalieren genannt werden) und bitten um Beseitigung ihrer Sommersprossen und Frostbeulen und Mephistopheles hilft mit sympathetischen Kuren. Eine Eifersüchtige verlangt ein Mittel, um „Ihn" wieder an sich zu fesseln, ein verliebter Page klagt sein Leid u.s.w.


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