> Gedichte und Zitate für alle: J.W.v.Goethe: Farbenlehre-De La Hire (229)

2020-01-17

J.W.v.Goethe: Farbenlehre-De La Hire (229)

De La Hire 


Im Jahre 1678 hatte dieser in einer kleinen Schrift, Accidents de la vue, den Ursprung des Blauen ganz richtig gefaßt, daß nämlich ein dunkler schwärzlicher Grund, durch ein durchscheinendes weißliches Mittel gesehen, die Empfindung von Blau gebe.

Unter dem Jahre 1711 findet sich in den Memoiren der Akademie ein kleiner Aufsatz, worin diese Ansicht wiederholt und zugleich bemerkt wird, daß das Sonnenlicht durch ein angerauchtes Glas rot erscheine. Er war, wie man sieht, auf dem rechten Wege, doch fehlte es ihm an Entwicklung des Phänomens. Er drang nicht weit genug vor, um einzusehen, daß das angerauchte Glas hier nur als ein Trübes wirke, indem dasselbe, wenn es leicht angeraucht ist, vor einen dunklen Grund gehalten, bläulich erscheint. Ebenso wenig gelang es ihm, das Rote aufs Gelbe zurückund das Blaue aufs Violette vorwärtszuführen. Seine Bemerkung und Einsicht blieb daher unfruchtbar liegen. Wegen übereinstimmender Gesinnungen schalten wir an dieser Stelle einen Deutschen ein, den wir sonst nicht schicklicher unter zubringen wußten.



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