> Gedichte und Zitate für alle: J.W.v.Goethe: Farbenlehre-Johann Michael Conradi (230)

2020-01-17

J.W.v.Goethe: Farbenlehre-Johann Michael Conradi (230)

Johann Michael Conradi 

Anweisung zur Optica. Koburg 1710 in Quart Pag. 18. § 16. »Wo das Auge nichts siehet, so meinet es, es sehe etwas Schwarzes; als wenn man des Nachts gen Himmel siehet, da ist wirklich nichts, und man meinet, die Sterne hingen an einem schwarzen expanso. Wo aber eine durchscheinende Weiße vor dieser Schwärze oder diesem Nichts stehet, so gibt es eine blaue Farbe, daher der Himmel des Tages blau siehet, weil die Luft wegen der Dünste weiß ist. Dahero je reiner die Luft ist, je hochblauer ist der Himmel, als wo ein Gewitter vorüber ist, und die Luft von denen vielen Dünsten gereinigt; je dünstiger aber die Luft ist, desto weißlicher ist diese blaue Farbe. Und daher scheinen auch die Wälder von weitem blau, weil vor dem schwarzen schattenvollen Grün die weiße und illuminierte Luft sich befindet.«



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