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2020-02-02

J.W.v.Goethe: Chemische Kräfte bei der Gebirgsbildung




Chemische Kräfte bei der Gebirgsbildung

Handschriftlich

Die chemischen Kräfte der Natur nehmen keinesweges ab.
Sie zeigen sich vielmehr jederzeit, wo sie freies Spiel haben. Die Lehre von den Gängen, wie sie Werner anno 1791 vorträgt, ist unhaltbar.
Charpentiers Werk muß zu Ehren kommen, wenn in diesem Punkt etwas vorwärts gelingen soll.
Die viermalige Wasserbedeckung ist ein trauriger Notbehelf, ein Naturproblem zu erklären.
Man muß auf einfachere Weise zu verfahren suchen. Die neuere Chemie kommt gewiß zu Hülfe, daß es mit einem Sinken der Wasser getan ist.
Die Epochen, wo dieselbige Gebirgsart erscheint, sind nicht gleichzeitig.
Sie hängen von örtlichen Bestimmungen ab. In dem tiefen Meere fand wenig Gebirgsbildung statt. Fertiges Gebirg zog werdendes an sich aus der flüssigen Masse.
Nachgenannte Epochen folgten sich, waren aber auch gleichzeitig.
Schoben sich aneinander her.
So ist sehr möglich, daß Granit mehrmals vorkommt.
Ebenso Porphyr, Kalk und alle Formationen.
So ist die Trapp-Formation nur eine, aber nach und nach unter immer wiederkehrenden Bedingungen möglich.
Wie sich der Wasserspiegel senkt, finden drei Erscheinungen statt:
Animalische Bildung.
Trapp-Formation.
Vulkane.
Aus der größten Tiefe bauen sich Korallen herauf; sie gehören schon dem Übergangsgebirg an und bauen noch bis an die Oberfläche des Wassers.
Zuletzt die Schaltiere im zurückziehenden Wasser, wo schon Ebbe und Flut wirkt.
Süßes Wasser.
Die allerletzten im stagnierenden Wasser.
Trapp-Formation.
Ist sich überall ähnlich.
Sie ist aus einer und derselben chemischen Infusion unter gleichen Bedingungen in den verschiedensten Höhen entsprungen.
Vermutung, daß sie immer fortdauert.
St. Helena.


Zeitgenossen und Nachfahren



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