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2020-03-11

J.W.v.Goethe: Samenhäute




 Samenhäute

Es ist zunächst bei dem Keimen der Samen auf die verschiedenen Häute achtzugeben, welche eigentlich den letzten losen, für sich bestehenden Keim und seine Kotyledonen umwickeln; bei den Eicheln findet sich eine dreifache solchartige Umgebung: 

1. eine, wenn man will, schal- und holzartige 

2. eine zweite bastartige 

3. und eine dritte blattartige, in welcher denn zuletzt der eigentliche, reine, lose für sich bestehende Same gefunden wird. 

Bei diesem Samen oder reinen Kern, wenn man will, ist bemerklich, daß die Diploe der Kotyledonen mit der sogenannten mehligen Substanz ausgefüllt wird und aufgetrieben wird. 

Es ist hierbei eine Merkwürdigkeit wahrzunehmen: die kleine runde Fläche, durch welche von außen die Eichel mit dem Stiele zusammenhängt, ist auch inwendig der Punkt, wo die innern Häute zusammen verbunden sind und wo sie durch die Stellung mehrerer Blätter um die Achse formiert werden, daß, wenn man nun annimmt, daß der eigentliche Keim an der entgegengesetzten Seite als der Spitze der Eichel und also auch an der Spitze der Blätter ist, so wird man sehen, was ich schon sonst bemerkt habe, daß die Befruchtung eigentlich an der Spitze eines Blattes ganz vor sich gehe, welche Sache noch weiter zu beobachten und anschaulich zu machen ist.

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