> Gedichte und Zitate für alle: Theodor Daeubler- Attische Sonette: Beruf (38)

2020-05-30

Theodor Daeubler- Attische Sonette: Beruf (38)






Beruf

Für Toni Sussmann

Geliebte Menschen, schwach durch alte Plagen,
Ihr seid von Gott enttäuscht und seiner Welt:
Wie brauch ich euch und unser Himmelszelt!
Ein Weib vernimmt nur des Entblößten Klagen!

Du mußt – gesamt – die Sternenherkunft tragen,
O Mensch, du bist vor Mühsal nie zerschellt:
Fürs Weib zu sorgen, bleibt dem Mann Entgelt,
Denn Frieden freut ihn nicht, er hofft aufs Wagen!

Ein Menschtum fordern heile Leidenschaften.
Was Hingesonnenheit im Nächsten liebt,
Verlangt nach Künstlertum, zu wunderhaften

Erbauungen der Seele, die zerstiebt,
Wenn Triebe nicht um edle Mahnung haften:

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