> Gedichte und Zitate für alle: J.W.v.Goethe: Gedichte letzter Hand- Lieder: Selbstbetrug (17)

2020-06-25

J.W.v.Goethe: Gedichte letzter Hand- Lieder: Selbstbetrug (17)

Goethe Gedichte



 Wechsellied zum Tanze 
                      

Die Gleichgültigen 
Komm mit, o Schöne, komm mit mir zum Tanze; 
Tanzen gehöret zum festlichen Tag. 
Bist du mein Schatz nicht, so kannst du es werden, 
Wirst du es nimmer, so tanzen wir doch. 
Komm mit, o Schöne, komm mit mir zum Tanze; 
Tanzen verherrlicht den festlichen Tag. 

Die Zärtlichen 
Ohne dich, Liebste, was wären die Feste? 
Ohne dich, Süße, was wäre der Tanz? 
Wärst du mein Schatz nicht, so möcht ich nicht tanzen, 
Bleibst du es immer, ist Leben ein Fest. 
Ohne dich, Liebste, was wären die Feste? 
Ohne dich, Süße, was wäre der Tanz? 

Die Gleichgültigen 
Laß sie nur lieben, und laß du uns tanzen! 
Schmachtende Liebe vermeidet den Tanz. 
Schlingen wir fröhlich den drehenden Reihen, 
Schleichen die andern zum dämmernden Wald. 
Laß sie nur lieben, und laß du uns tanzen! 
Schmachtende Liebe vermeidet den Tanz. 

Die Zärtlichen 
Laß sie sich drehen, und laß du uns wandeln! 
Wandeln der Liebe ist himmlischer Tanz. 
Amor, der nahe, der höret sie spotten, 
Rächet sich einmal, und rächet sich bald. 
Laß sie sich drehen, und laß du uns wandeln! 
Wandeln der Liebe ist himmlischer Tanz. 

Goethe auf meiner Seite

Gesamtübersicht Gedichte letzter Hand

weiter

Keine Kommentare: