> Gedichte und Zitate für alle: Theodor Daeubler- Attische Sonette: Mein Meer (51)

2020-06-02

Theodor Daeubler- Attische Sonette: Mein Meer (51)

Attische Sonette




Mein Meer

Sapientum templa serena.

Lucretius

Mein Meer, Millionen holde Wesen pochen
Um stummes Eiland aus verloschnem Traum;
Wie wälzen sie sich schwer und wispern kaum:
Du hast den Seelen Stille doch versprochen!

Beschäumte Tiger kommen angekrochen,
Auch tolle Hunde, mit dem Maul voll Schaum,
Des Hades Brut entbäumt sich Plutos Zaum
Und wütet, Wüsten wild zu unterjochen!

Enttauche nun, erstauntes Wunderschauen:
Gekrümmte Rhythmen spannt das steile Zelt,
Die Sonne singe leicht und frei im Blauen!

Wie zart und durchsichtig wird meine Welt!
Gewelle ihrer Meere faßt Vertrauen,

Keine Kommentare: