> Gedichte und Zitate für alle: Theodor Daeubler- Attische Sonette: Ums Mond-Meer (48)

2020-06-02

Theodor Daeubler- Attische Sonette: Ums Mond-Meer (48)

Theodor Däublers Gedichtsammlung "Attische Sonette"




Ums Mond-Meer

Vernarrter Alp – ob Mond? – in kühler Liebe,
Zerdrückst du das Gewölk und wühlst ums Meer.
Gewogne Unholde beträum ich schwer
Und reck mich schräg: wie ich in Schwebe bliebe?

Mein Schlaf, jetzt stiebt verwünschtes Schwirrgetriebe:
Uns rührt gegeilter Wünschlein Schlüpfbegehr,
Sie flimmern flink zum frischen Schwesternheer:
Nun schöpft im Schlamm, bald bleibt ein Aal im Siebe!

Du mußt die Haschsucht nach dem Lichtloch strecken!
Dort oben; doch es sinkt mir, wie gewohnt –
– Voll Wolken schon – wer wird es hold verstecken?

O Wonnewogen, wie sichs wohlig lohnt,
Euch – kraus in Krägen – bloß im Hemd, zu necken:

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